Checkliste: Seriösen Inkassobrief erkennen

 

1. Sagen Ihnen die Forderung, der Gläubiger und die Angaben zur Forderung etwas?

Wenn nicht, dann nehmen Sie bitte Kontakt zu dem Inkassounternehmen auf, um den Vorgang zu klären und weitere Kosten zu vermeiden.

 2. Passen die Angaben im Briefkopf zum Rest des Briefes?

Falls nicht, ist Vorsicht geboten. Wenn die Bankverbindung ins Ausland verweist, könnte das ein Indiz für Betrug sein. Das erkennen Sie an den beiden ersten Zeichen der IBAN (DE für Deutschland). Überweisen Sie nicht einfach. Versuchen Sie, Kontakt zu dem Unternehmen aufzunehmen.

 3. Was muss in dem Brief alles drinstehen?

Bereits auf dem ersten Schreiben muss das beauftragte Inkassounternehmen den Grund der Forderung nennen und Angaben zum Namen oder zur Firma des Gläubigers machen.

 4. Sie haben trotzdem Zweifel an der Forderung?

Dann fragen Sie bei dem zuständigen Inkassounternehmen nach. Ein seriöses Unternehmen ist immer gewillt, den Anspruch zu erklären und Fragen zu beantworten.

 5. Woran erkenne ich, dass das ein seriöses Unternehmen ist?

Deutsche Inkassounternehmen müssen als solche registriert sein. Sie können unter www.rechtsdienstleisterregister.de nachschauen, ob das Unternehmen registriert ist. Ein Zeichen für ein seriöses Unternehmen ist auch die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V.

 6. Dürfen Inkassokosten gefordert werden?

Beauftragt ein Unternehmen einen Inkassodienstleister, entstehen dafür Inkassokosten. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist in §§ 280, 286 festgelegt, dass der Schuldner den Schaden ersetzen muss, der dem Gläubiger durch den Zahlungsverzug entstanden ist. Unter diesen Verzugsschaden fallen u.a. auch die Inkassokosten.

Dabei ist zu beachten, dass außergerichtliche Inkassokosten gemäß § 4 Abs. 5 des Einführungsgesetzes zum Rechtsdienstleistungsgesetz (RDGEG) bis zur  Höhe der einem Rechtsanwalt nach den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) zustehenden Vergütung erstattungsfähig sind, wobei sich die Höhe dieser Vergütung im Einzelfall am Betrag der Hauptforderung (sog. „Streitwert“) orientiert. In diesem Zusammenhang hat der Gesetzgeber im Vergütungsverzeichnis zum RVG (VV RVG) sog. Streitwertstufen eingerichtet. In der ersten Stufe sind seit dem 01.08.2013 die Streitwerte von 0,01 Euro bis 500,00 Euro erfasst, in der zweiten Stufe die Streitwerte von 500,01 Euro bis 1.000,00 Euro usw.