Wieso muss ich Inkassokosten bezahlen?

Der Grund, wieso Schuldner die Kosten, die ein Inkassounternehmen berechnet, bezahlen müssen, ist für viele zunächst nicht nachvollziehbar. Doch die Erklärung hierfür ist ganz einfach: Ein Inkassodienstleister ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und muss als solches Kosten deckend arbeiten. Es bietet einen Service, der darin besteht, fällige Forderungen im Namen seiner Klienten beizutreiben. Für diesen Service berechnet das Inkassounternehmen Inkassokosten oder „Mahngebühren“. Bezahlen muss diese der Schuldner.

Wieso muss der Schuldner die Inkassokosten bezahlen?

Ein Unternehmen versucht regelmäßig eine Forderung, die ihm für eine erbrachte Dienstleistung oder eine gelieferte Ware zusteht, zunächst selbst einzuziehen. Zahlt der Kunde nicht fristgerecht, wird es in den meisten Fällen eine Zahlungserinnerung versenden. Wenn dieses kaufmännische Mahnverfahren zu keinem Ergebnis führt, übergeben viele Unternehmen den Fall an einen Inkassodienstleister, der sich fortan um den Vorgang kümmert. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten bezahlen in der Regel zunächst die Gläubiger. Allerdings haben sie das Recht, sich diese Kosten vom Schuldner erstatten zu lassen. Denn Inkassokosten bzw. „Mahngebühren“ zählen zum so genannten Verzugsschaden, der dadurch entsteht, dass der Schuldner nicht fristgerecht bezahlt. Gemäß §§ 280, 286 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) muss der Schuldner seinem Gläubiger den Verzugsschaden ersetzen und damit auch die Kosten bezahlen.

Diese Auffassung teilt auch der Bundesgerichtshof (BGH). Er hat mit Urteil vom 29.06.2005, Az. VIII 299/04 die Erstattungsfähigkeit von Mahn- und Inkassokosten ausdrücklich anerkannt. Auch wenn es zu einem gerichtlichen Mahnverfahren kommt, muss der Schuldner die hierfür anfallenden Kosten bezahlen. Sie werden bei einem Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids als Nebenforderung aufgeführt und zu der Hauptforderung hinzu gerechnet.

Wann muss ich die Inkassokosten bezahlen?

Der Schuldner erhält ein Schreiben von dem Inkassounternehmen von arvato Financial Solutions. Darin wird er darüber unterrichtet, welche Hauptforderung welches Gläubigers gegen ihn geltend gemacht wird. Im nächsten Schritt prüft der Kunde diese Forderung. Sollte er diese bereits beglichen haben, wendet er sich am besten direkt an das Inkassounternehmen. Die Kontaktdaten findet man in der Zahlungsaufforderung. Wichtig ist, dass der Verbraucher auf jeden Fall reagiert, um weitere Steigerungen im Mahnprozess (z.B. Mahnkosten bzw. „Mahngebühren“) zu vermeiden. Wenn der Schuldner zu dem Schluss kommt, dass die Forderung gegen ihn berechtigt ist, ist er verpflichtet den Gesamtbetrag inklusive Inkassokosten zu bezahlen. Die Inkassokosten werden gleichzeitig mit der Hauptforderung bezahlt. Benutzen Sie hierfür bitte die angegebene Kontoverbindung, damit es zu keinen Verwechslungen kommt. Überweisen Sie den geforderten Betrag nicht an Ihren ursprünglichen Geschäftspartner.

Bis zu welcher Höhe muss ich Inkassokosten bezahlen?

Die Inkassokosten und alle weiteren Kosten aus dem Verzugsschaden fallen dem Schuldner zur Last. Die Höhe der Inkassokosten richtet sich nach § 4 Abs. 5 RDGEG in entsprechender Anwendung des RVG. Der Gegenstandswert wird grundsätzlich von der Höhe der Hauptforderung bestimmt.

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