Was ist Scoring?

Scoring ist ein statistisches Verfahren, das in vielen Bereichen angewendet wird, um Hinweise auf zukünftiges Zahlungsverhalten von Personen und Unternehmen zu gewinnen. Das aus der Wissenschaft stammende Verfahren verwenden seit Jahren auch Kreditinstitute, Auskunfteien und Rating-Agenturen zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. Die Frage "Was ist Scoring?" beschäftigt daher vermehrt auch Verbraucher- und Datenschützer, denn Scoring-Verfahren sind teilweise umstritten. inkassoportal.de beantwortet Ihnen daher die Frage: "Was ist Scoring?"

Was ist Scoring und woher stammt das Verfahren?

Scoring ist ein analytisches Prognose- und Punktbewertungsverfahren, das die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der jeder einzelne Endkunde ein bestimmtes Verhalten zeigen wird. Scoring kann dabei helfen, Chancen und Risiken einer Kundenbeziehung frühzeitig zu erkennen. Durch Analyseverfahren wird die optimale Merkmalsauswahl und Gewichtung in einer sogenannten Scorekarte ermittelt, mit der die Unternehmen am besten die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten zukünftigen Endkundenverhaltens prognostizieren können. 

Die Finanz- und Kreditwirtschaft nutzt ein vergleichbares statistisches Verfahren, um eine Prognose über die Rückzahlungswahrscheinlichkeit von Krediten zu erstellen. Eines der Anwendungsfelder ist das Kredit-Scoring, das bei allen Arten von Kreditgeschäften eingesetzt werden kann. Bei Banken wird es genutzt, um die Bonität des Kreditnehmers, also die Fähigkeit eingegangene Kreditverbindlichkeiten zu erfüllen, zu beurteilen. Im Privatkundenbereich sind solche Analysen und der Einsatz von vereinheitlichten Verfahren zum Teil auch durch die Umsetzung der Basel II-Richtlinien vorgeschrieben. 

Was ist Scoring bei der ICD?

Die infoscore Consumer Data GmbH (ICD) gehört zum Geschäftsbereich Risk Management von arvato infoscore. Zu ihren Aufgaben gehören die Bereitstellung von Bonitätsdaten und die Erarbeitung von Scoring-Lösungen. Das Scoring ist ein Prognose- und Punktbewertungsverfahren, bei dem Erfahrungswerte über die Zahlungsfähigkeit analysiert werden, um auf die Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit des Kunden schließen zu können. Durch das Scoring-Verfahren der ICD wird das voraussichtliche Endkundenverhalten prognostiziert und Chancen und Risiken abgewogen. 

Was ist Scoring und welche Daten fließen ein?

Auskunfteien legen seit der BDSG-Novelle im Jahr 2010 offen, welche Daten in die Berechnung des Scorewerts einfließen. Die Schufa beispielsweise gibt an, dass Score-Werte ausschließlich aus Daten berechnet werden, die eine Schufa-Auskunft enthält. Dazu zählen die Häufigkeit von Kreditaufnahmen, die Anzahl der Girokonten, mögliche Zahlungsausfälle und eingetragene Mahnverfahren. Informationen über Nationalität, Beruf, Einkommen oder Wohnumfeld verwendet die Schufa nach eigenen Angaben nicht. 

Die Merkmale, d. h. die genutzten Daten in Scorekarten, wie dem Informa-Consumer-Score bzw. Branchen-Scores und ihre Gewichtung sind stark abhängig von der anwendenden Branche (z. B. Versandhandel, Kreditwirtschaft, Telekommunikation inkl. Mobilfunk, Versicherungen) und dem Ziel der Prognose (z. B. Zahlungsausfallrisiko, Stornoneigung). Scoring darf nach der BDSG-Novelle nur auf relevanten Daten fußen. Diese Vorgabe erfüllen die von der infoscore Consumer Data GmbH beziehbaren Scorewerte.

Was ist beim Scoring die Auswirkung auf die Kreditvergabe?

Als Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer reibungslosen Kreditrückzahlung kommt dem Scoring im Rahmen von Kreditentscheidungen eine große Bedeutung zu. Banken lehnen Kreditanträge unter Umständen ohne Begründung ab, wenn der errechnete Scorewert zu niedrig ist.

Was ist Scoring? - Betrachtungen aus Sicht des Verbraucherschutzes

Verbraucher- und Datenschützer betrachten die Frage "Was ist Scoring?" in Teilen kritisch. Nach ihrer Auffassung können in die Wertermittlung Daten einfließen, die nur indirekt eine Aussage über Ihre Kreditwürdigkeit zulassen. 

In Scorewerte fließen auch mikrogeografischen Informationen ein. In der Praxis geschieht das häufig, wenn zu einer Person keine anderen kreditrelevanten Daten gespeichert sind. In manchen Branchen stehen nur wenige valide Daten zur Verfügung. In diesen Fällen fließen auch häufig externe Daten, z. B. von Anbietern von Marketingdaten, Risikodaten und externen Scorewerten, in die Entscheidung ein. Verwendet werden jedoch stets kreditrelevante Merkmale, deren Prognosequalität in umfassenden mathematischen Analysen für den jeweiligen Auftraggeber validiert wurde. Als Verbraucher haben Sie das Recht, die Beauskunftung eines zu Ihrer Person ermittelten Scores zu sperren.

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