Berechtigtes Interesse an einer zuverlässigen Auskunft über die Kreditwürdigkeit

 

Berechtigtes Interesse gehört zu den unbestimmten Rechtsbegriffen. In Bezug auf Bonitätsinformationen und Scorewerte sowie andere personenbezogene Daten bedeutet berechtigtes Interesse folgendes: Ein zukünftiger Geschäftspartner hat ein vom deutschen Recht anerkanntes Interesse daran, zu erfahren, ob sein potenzieller Geschäftspartner seinen Verpflichtungen wahrscheinlich nachkommen wird. Hierbei geht es darum, eventuelle Risiken zu erkennen und im Vorfeld zu vermeiden.

In diesem Fall wird einem Unternehmen das Recht zugestanden, Daten wie beispielsweise einen Bonitätsindex über eine Person einzuholen. Würde sich zwischen der Person und dem Unternehmen gerade keine Geschäftsbeziehung anbahnen, hätte das Unternehmen kein berechtigtes Interesse. Somit dürfte es sich nicht über die Bonität der Person informieren.

Berechtigtes Interesse - ein vielfältig verwendeter deutscher Rechtsbegriff

Berechtigtes Interesse ist ein Begriff innerhalb der deutschen Rechtsprechung, der in verschiedenen Teilgebieten unterschiedlich verwendet wird. Außerdem bedarf er oft einer expliziten Auslegung durch den Richter. So kann berechtigtes Interesse etwa die Einsicht ins Grundbuch rechtfertigen, wenn ein Kaufinteressent bereits in Verhandlungen mit dem derzeitigen Eigentümer steht. Auch im Strafrecht spielt der Begriff "Berechtigtes Interesse" eine Rolle, beispielsweise bei Ehrenschutzdelikten. Auch im Wirtschaftsleben und Waffengesetz gibt es den Ausdruck des berechtigten Interesses.

Berechtigtes Interesse und Inkasso

Für die Auslegung des Begriffes "Berechtigtes Interesse" bei arvato Financial Solutions und seinen Unternehmen ist der § 29 Bundesdatenschutzgesetz maßgeblich. Demnach hat ein Unternehmen ein berechtigtes Interesse, wenn es Produkte auf Rechnung versendet. Auch ein Dienstleistungsvertrag oder ein Werkvertrag, der mit einem nennenswerten wirtschaftlichen Risiko verbunden ist, erzeugt ein berechtigtes Interesse. Dasselbe gilt für laufende Geschäftsbeziehungen mit andauerndem wirtschaftlichem Risiko.

Jedes Kreditgeschäft birgt auch ein berechtigtes Interesse an einer zuverlässigen Bonitätsauskunft. Zu den Kreditgeschäften zählen allerdings nicht nur Darlehen im engeren Sinne, wie Banken sie vergeben. Auch wenn Kunden bestimmte Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung bestellen, gewährt ihnen das liefernde Unternehmen einen kurzfristigen Kredit. Das Unternehmen geht in Vorleistung. Dieser Kredit birgt das Risiko, dass der entsprechende Kunde nicht solvent ist oder allgemein eine schlechte Zahlungsmoral hat. Deshalb haben Unternehmen auch diesen Fällen ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wie risikoreich ein Neukunde ist.

Berechtigtes Interesse an Bonitätsauskünften

Ein berechtigtes Interesse ist unerlässlich, wenn man Bonitätsinformationen über eine Privatperson einholen möchte. Als Bonität oder auch Kreditwürdigkeit bezeichnet man die Fähigkeit und Willigkeit einer Person oder eines Unternehmens, einer geschäftlichen Verpflichtung nachzukommen. Ein Bonitätsindex oder auch ein Scorewert soll Auskunft darüber geben, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihre Schulden bezahlt. Diese Information kann Unternehmen schon im Vorfeld auf risikoreiche Geschäfte hinweisen. Im Anschluss entscheidet das Unternehmen, ob es diesen risikoreichen Kunden ablehnt oder ihn unter verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen dennoch akzeptiert. Ein Versandhändler könnte beispielsweise auf eine Barzahlung an den Lieferanten bestehen. Solche Informationen beziehen die meisten Unternehmen von Auskunfteien wie z.B. der infoscore Consumer Data GmbH.

Um einen Bonitätswert zu berechnen, ziehen Auskunfteien verschiedene Informationen heran. So nehmen sie Einsicht in die Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte. In diese werden Personen eingetragen, die eine Vermögensauskunft bezüglich ihrer finanziellen Situation abgegeben haben oder durch einen Haftbefehl dazu gezwungen werden sollten. Außerdem speichern Auskunfteien Daten zum Zahlungsverhalten in der Vergangenheit. Alle gespeicherten Informationen werden zueinander gewichtet und zu einem Bonitätsindex verdichtet. Da dieser eine wichtige Information ist, die für den Einzelnen erhebliche Konsequenzen haben kann, wird sie nur dann herausgegeben, wenn ein berechtigtes Interesse besteht.

Wie es um ihren Bonitätsindex bei arvato Financial Solutions bestellt ist, können Sie als Verbraucher schriftlich bei der infoscore Consumer Data GmbH erfragen – schließlich haben Sie auch ein berechtigtes Interesse an Ihren eigenen Daten. Einmal im Jahr ist eine solche Abfrage kostenlos.

Berechtigtes Interesse bei arvato Financial Solutions (früher: arvato infoscore)

Die betreffenden Unternehmen von arvato Financial Solutions geben nur dann Bonitätsauskünfte an ihre Kunden, wenn ein berechtigtes Interesse im gesetzlichen Sinne eindeutig vorliegt. Das berechtigte Interesse an einer Bonitätsauskunft muss gegenüber der infoscore Consumer Data GmbH außerdem glaubhaft gemacht werden. Erst dann wird die infoscore Consumer Data GmbH einem anderen Unternehmen Bonitätsauskünfte zugänglich machen.

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