Die Bonitätsauskunft als wesentliche Geschäftsgrundlage in der Finanzwirtschaft

 

Die Bonitätsauskunft ist in der Finanzwirtschaft eine gängige Methode zur Überprüfung der Kreditwürdigkeit von natürlichen Personen und Unternehmen. Die Bonitätsauskunft gibt Aufschluss über deren wirtschaftliche Lage.  Die Bonität steht also in Zusammenhang mit der persönlichen und der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit, die auf der Grundlage von Daten aus der Vergangenheit und der Gegenwart für die Zukunft prognostiziert wird. Aufgabe der Bonitätsauskunft ist der Schutz von Unternehmen vor der schlechter werdenden Zahlungsmoral. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen sowie die Weitergabe im Rahmen einer Bonitätsauskunft gehören deshalb längst zum Alltagsgeschäft. Berechtigte Negativeinträge können nicht ohne Weiteres aus Bonitätsdatenbanken gelöscht werden. Ist die negative Bewertung hingegen rechtswidrig, können Privatperson und Unternehmen dagegen rechtliche Schritte einleiten.  Bonitätsauskünfte  werden durch sogenannte Wirtschaftsauskunfteien erteilt. Auskunfteien sind privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen und werden von Kredit gebenden Firmen getragen. Sie verfolgen den Geschäftszweck, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen. Sie erteilen Auskunft über bisherige Kreditabwicklungen der angefragten natürlichen oder juristischen Person, über die jeweilige Einkommenssituation, vorhandene Schulden, laufende Kredite bis hin zu Ausgaben und möglichen Vermögensbestandteilen.

Quellen für die Bonitätsauskunft über Unternehmen

In weit größerem Umfang werden Unternehmen durchleuchtet. So beginnt die Bonitätsauskunft kostenlos bei allgemeinen Angaben, die bei der Bank oder über eine Wirtschaftsauskunftei in Erfahrung gebracht werden können. Wer im Rahmen der Bonitätsauskunft weitere Informationen benötigt, hält sich an den Jahresabschluss mit Informationen über die Eigenkapitalquote, den verfügbaren Cashflow bezüglich des Gewinns, des Umsatzes oder möglicher Verluste. Der Jahresabschluss gibt auch Auskunft über die gesamte Unternehmensplanung, über die Investitionspolitik und über die Qualität des Managements. Darüber hinaus gibt es weitere Quellen, um eine Bonitätsauskunft für Unternehmen einzuholen. Dazu gehören Wirtschaftsauskunfteien, die entgeltlich oder unentgeltlich wirtschaftliche Auskünfte über Unternehmen erteilen. Hier können im Rahmen der Bonitätsauskunft je nach Grad des abzusichernden Risikos ganz unterschiedliche Informationen eingeholt werden. Die Wirtschaftsauskunft kann unter anderem ganz grundlegende Informationen über die Firmenhistorie, den Geschäftsgegenstand und die dazugehörige Branche, über Niederlassungen, Beteiligungen und Immobilien übermitteln. Um die wirtschaftliche Lage im Rahmen einer Bonitätsauskunft beurteilen zu können, sind auch Angaben über die Finanzlage des Unternehmens insgesamt, das Zahlungsverhalten sowie Negativmerkmale , Geschäftszahlen und Bilanzen notwendig.

Scorewerte

Bei privat haftenden Geschäftsführern und Gesellschaftern, Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden werden auch sogenannte Scorewerte errechnet, um die Kreditwürdigkeit einzustufen und im Rahmen einer Bonitätsauskunft weiterzugeben. Ein Scorewert gibt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit, mit der der  Betroffene seine Rechnung bezahlen kann. Scorewerte, die auch Kopfnoten genannt werden, beurteilen ebenfalls die Zahlungsfähigkeit und den Zahlungswillen der betreffenden Person.  Bonitätsauskünfte  werden von  Wirtschaftsauskunfteien erteilt.

Auswirkungen der Bonitätsauskunft

Grundsätzlich sollten Geschäfte mit höherem Risiko sehr viel strenger und umfassender überprüft werden als solche mit geringerem Risiko. In jedem Fall sollte die Bonitätsauskunft noch vor der Leistungserbringung eingeholt werden. Bei bonitätsschwächeren Geschäftspartnern oder Kunden können die dem Geschäftsabschluss zugrunde liegenden Konditionen an das Ergebnis der Bonitätsauskunft angepasst werden. Welche Bonitätskriterien zugrunde gelegt werden und deren Gewichtung, bleibt dem jeweiligen Gläubiger überlassen. Mit der Bonitätsauskunft einhergehende Bonitätseinstufungen werden bei erstmaliger Kreditvergabe, aber auch fortlaufend während der Laufzeit des gewährten Kredites, vorgenommen. Bonitätseinstufungen anhand von Bonitätskriterien führen im Ergebnis zur Festlegung einer Ratingnote mit dem Zweck, das aktuelle Kreditrisiko des jeweiligen Schuldners zu verschiedenen Zeiten festzulegen. Die Bewertung erfolgt über die Vergabe von Punkten, die Auskunft geben über die Kreditwürdigkeit sowie die Unterteilung in Ratingklassen. Positive Einträge im Rahmen einer Bonitätsauskunft bescheinigen nicht nur eine gute Kreditwürdigkeit, sondern führen auch dazu, dass mögliche Vertragspartner Kreditanträgen gegenüber aufgeschlossen sind. Die Folgen von Negativeinträgen wirken sich auch negativ auf Kreditanträge aus, sodass das Risiko einer möglichen Insolvenz (umgangssprachlich: Konkurs) im Falle eines Zahlungsengpasses ungleich höher ist.

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