Eine genaue Forderungsaufstellung verschafft dem Schuldner einen Überblick.

 

Eine Forderungsaufstellung bietet eine Übersicht über alle Posten, die ein Gläubiger gegen einen Schuldner geltend macht. Die Forderungsaufstellung enthält Informationen zu der Hauptforderung sowie zu den Nebenforderungen, die entstanden sind, weil der Schuldner nicht rechtzeitig bezahlt hat.

Forderungsaufstellung: Was ist überhaupt eine Forderung?

Eine Forderung ist ein Anspruch eines Unternehmens oder auch einer Person auf eine Leistung. In den meisten Fällen handelt es sich um das Recht auf Bezahlung. In der Regel geht eine Forderung aus einem Geschäft hervor: Ein Geschäftspartner hat die vereinbarte Leistung bereits erbracht ‒ eine Warenlieferung oder eine Dienstleistung. Der andere hat seinen Teil des Vertrages noch nicht erfüllt, in den meisten Fällen ist das die Bezahlung einer Leistung. Deshalb gibt es nun einen Gläubiger, der eine Forderung gegen seinen Schuldner hat.

Grundlegendes zur Forderungsaufstellung des Gläubigers

Die Forderungsaufstellung ist ein Begriff, der ebenso im Handel wie im Kreditwesen und im Insolvenzrecht gebräuchlich ist. Im Handel ist eine Forderungsaufstellung nur eine Liste der offenen Posten einer Handelsbeziehung. Erst, wenn es zu Zahlungsstörungen kommt, z. B. weil ein Zahlungsverzug eintritt, nähert sich die Forderungsaufstellung, wie sie im Handel üblich ist, der Forderungsaufstellung des Kreditwesens an.

Diese Forderungsaufstellung enthält weiterhin die offenen Posten als sogenannte Hauptforderung. Daneben macht sie Anspruch auf die Entschädigung für die Kosten der Beitreibung, wie sie während der verschiedenen Eskalationsstufen des Mahnprozesses entstanden sind, geltend.  Außerdem kann der Gläubiger für die Zeit des Verzuges Zinsen berechnen. Man spricht vom sogenannten Verzugsschaden. Näheres hierzu regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (§§ 280, 286 BGB).

Bei einer Insolvenz erstellt jeder einzelne Gläubiger eine Forderungsaufstellung mit den Posten, die ihm gegenüber noch beglichen werden müssen. Oftmals erhalten die Gläubiger zumindest einen Teil des ihnen zustehenden Geldes. In manchen Fällen von privater Überschuldung arbeiten auch die Schuldnerberater mit dem Instrument der Forderungsaufstellung. Sie erbeten diese von den einzelnen Gläubigern. Oft ist eine detaillierte Forderungsaufstellung eine erhebliche Erleichterung für die Schuldner, die erst dadurch einen Überblick über ihre Situation gewinnen. Anschließend können der Überschuldete und sein Berater abwägen, welchen Forderungen sie Priorität einräumen. Im Rahmen eines Verfahrens zur Verbraucherinsolvenz sind Gläubiger dazu verpflichtet, dem Schuldner eine Forderungsaufstellung kostenlos auszuhändigen.

Zum Inhalt einer Forderungsaufstellung des Gläubigers

Der wichtigste Punkt einer Forderungsaufstellung ist die Hauptforderung. Hierzu enthält die sie Angaben zum Forderungsgrund und zur Forderungshöhe. In direktem Zusammenhang zur Hauptforderung stehen die Nebenforderungen, die bezüglich Anzahl und Umfang stark davon abhängen, auf welcher Eskalationsstufe das Mahnverfahren steht.

Eine Forderungsaufstellung fasst außerdem alle bisherigen Zahlungseingänge zusammen und informiert über die Verrechnung der einzelnen Zahlungen. Daraus ergibt sich eine Aufstellung der offenen Restforderungen, wie sie dem Gläubiger zum Ausstellungsdatum bekannt sind. Schließlich gibt die Forderungsaufstellung einen Überblick über die berechneten Verzugszinsen. Diese können Verbrauchern gegenüber bis 5% über Basiszinssatz geltend gemacht werden. Auch eventuelle Sicherungsrechte wie eine Bürgschaft sollten in einer Forderungsaufstellung genannt werden. Hat der Gläubiger bereits einen vollstreckbaren Titel wie ein Gerichtsurteil oder einen Vollstreckungsbescheid erwirkt, wird er diesen Umstand ebenfalls in die Forderungsaufstellung aufnehmen.

Forderungsaufstellung und Inkassomahnverfahren

Die Forderungsaufstellung spielt auch im Inkassowesen eine Rolle. Die Zahlungsaufforderung, die Schuldner von einem Inkassounternehmen erhalten, enthalten u.a. eine detaillierte Aufstellung über die offenen Posten des Gläubigers sowie den Nebenforderungen aus der Einziehung der Forderung. Die ersten Zahlungsaufforderungen der Inkassounternehmen mit Forderungsaufstellung müssen zwingend Informations- und Darlegungspflichten gemäß § 11a Abs. 1 RDG enthalten. Diese Forderungsaufstellung, die dem Schuldner in aller Regel schriftlich zugeht, sollte dieser ausführlich überprüfen. Gibt es offene Fragen, sollten Schuldner zum Inkassounternehmen Kontakt aufnehmen und diese klären. Um den Inkassoprozess zu beenden, müssen Schuldner den Gesamtbetrag der Forderungsaufstellung überweisen.

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