Forderung und Forderungsregulierung im kaufmännischen Bereich und im Inkasso

 

Unter dem Begriff Forderungsregulierung versteht man das Bezahlen von offenen Rechnungen: Die Forderung eines Gläubigers wird ausgeglichen. Die Aufgabe, die Forderungsregulierung zu organisieren und zu verwalten,  fällt unter das Forderungsmanagement. Erweist sich die Forderungsregulierung als problematisch, geben viele Unternehmen ihr Forderungsmanagement an einen professionellen Inkassodienstleister ab.

Grundsätzliches zu Forderung und Forderungsregulierung

Eine Forderung ist das Recht auf eine Leistung. Im Bezug auf die Beziehung zwischen Verbrauchern und Unternehmen bedeutet Forderung also meistens das Recht auf Bezahlung. Der Gläubiger ist dabei der Fordernde; gegen den Schuldner wird die Forderung geltend gemacht. Meistens gehen Forderungen aus einem Geschäft hervor: Ein Unternehmen liefert eine Ware oder erbringt eine Dienstleistung. Der Verbraucher muss diese Leistung bezahlen (Forderungsregulierung).

Wurde die vereinbarte Leistung ordnungsgemäß erbracht, ergibt sich daraus eine berechtigte Forderung. Fällig ist die Forderung ab dem Zeitpunkt, zu dem der Schuldner sie bezahlen soll. Oftmals wird in einem Kaufvertrag oder auf einer Rechnung vereinbart, wann die Forderungsregulierung erfolgen soll. Eine Forderung kann zum Beispiel sofort ab Rechnungserhalt fällig sein oder auch erst zum Ende des Monats. Erfolgt die Forderungsregulierung nicht innerhalb der vorgegebenen Frist, gerät der Schuldner in Verzug. Eine Maßnahme gegen eine problematische Forderungsregulierung ist die Beauftragung eines Inkassodienstleisters.

Forderungsregulierung innerhalb des Inkassos

Unter Inkasso versteht man den gewerblichen Einzug von Forderungen. Unternehmen aus diesem Bereich bieten eine Reihe von Dienstleistungen im Rahmen des Forderungsmanagements an. Das Ziel ist immer eine zügige und umfassende Forderungsregulierung. Um beim Schuldner eine zeitnahe Forderungsregulierung zu erwirken, stehen im Inkassoverfahren verschiedene Methoden zur Verfügung. Seriöse Unternehmen setzen zunächst in jedem Fall auf eine einvernehmliche Forderungsregulierung. Hierzu wird der Schuldner angeschrieben. Eine Forderungsaufstellung nebst Zahlungsaufforderung wird ihm zugesandt. Die erste Zahlungsaufforderung des Inkassounternehmens gegenüber Privatpersonen enthält zwingend Informations- und Darlegungspflichten gemäß § 11a RDG. Im schriftlichen manchmal auch telefonischen Kontakt wird der Dienstleister versuchen, den Schuldner davon zu überzeugen, dass eine zügige Forderungsregulierung auch in seinem Sinne ist.

Für die Bemühungen des Inkassounternehmens um eine baldige Forderungsregulierung können verschiedene Kosten entstehen. Diese Inkassokosten zählen zum sogenannten Verzugsschaden, den der Schuldner seinem Gläubiger erstatten muss. Alle Kosten, die durch die Beitreibung einer Forderung entstehen, werden dem Schuldner zur Last gelegt und als Nebenforderung zur Hauptforderung addiert. Auch aus diesem Grund ist eine zügige Forderungsregulierung im Sinne des Schuldners. Je länger der Verzug andauert, desto höhere Kosten kommen letztlich auf ihn zu.

Schuldner, die der Aufforderung eines Inkassounternehmens zur Forderungsregulierung nachkommen wollen, sollten ein paar Dinge beachten: Der Inkassodienstleister ist im Moment ihr direkter Ansprechpartner. Als solcher sollten Zahlungen auch direkt an ihn und nicht an den ursprünglichen Geschäftspartner gerichtet werden. Nur wenn die Kontoverbindung zur Forderungsregulierung genutzt wird, die im Inkassoschreiben mitgeteilt wird, kann der Mahnprozess schnell gestoppt werden. Außerdem sollte der Forderungsregulierung die im Inkassoschreiben genannte Summe zugrunde gelegt werden. Die Inkassokosten muss der Schuldner dem Gläubiger als Verzugsschaden ersetzen.

Forderungsregulierung über den gerichtlichen Weg

Wenn die einvernehmliche Forderungsregulierung scheitert, beschreiten Inkassodienstleister den gerichtlichen Weg. Bis zum 1. Juli 2008 durften Inkassounternehmen Schritte zur gerichtlichen Forderungsregulierung nur mithilfe eines Anwalts einleiten. Seit Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzs dürfen auch sie Mahn- und Vollstreckungsbescheide beantragen. Die infoscore Forderungsmanagement GmbH arbeitet im Bereich der gerichtlichen Forderungsregulierung seit Jahren erfolgreich mit einer Anwaltskanzlei zusammen. Die Beauftragung erfolgt jeweils durch den Gläubiger.

Der gerichtliche Weg zur zwangsweisen Forderungsregulierung beginnt mit einem Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides. Dieser wird bei Zentralen Mahngericht eingereicht. Das zuständige Mahngericht prüft diesen auf formale Richtigkeit (vereinfachte Schlüssigkeitsprüfung). Der Schuldner hat dann noch Gelegenheit gegen den Mahnbescheid Widerspruch zu erheben. In diesem Fall kann es dann zu einem streitigen Gerichtsverfahren kommen. Gibt es keinen Widerspruch und erfolgt keine Forderungsregulierung, erlässt das Gericht auf Antrag einen Vollstreckungsbescheid. Erfolgt keine Forderungsregulierung, führt der Weg weiter zum Vollstreckungsbescheid. Mit diesem offiziellen Titel kann die Forderungsregulierung zwangsweise durchgeführt werden. Dies ist Aufgabe des Gerichtsvollziehers, der u.a. Wertgegenstände aus der Wohnung des Schuldners pfändet.

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