Geldeintreiber – auf die feinen Unterschiede kommt es an

 

Die Rechtsgrundlage zum Geld eintreiben ist regelmäßig eine offene, vom Schuldner nicht beglichene Forderung. Rein rechtlich gesehen ist eine offene Forderung ein schuldrechtlicher Anspruch, der auf einem Schuldverhältnis basiert. In der Regel handelt es sich um eine Zahlungsforderung, die aus einem zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger geschlossenen Vertrag, meist ein Kaufvertrag, resultiert. Wird eine offene Forderung seitens des Schuldners nicht beglichen, hat der Gläubiger mehrere Möglichkeiten, an sein Geld zu kommen. Manche Firmen haben ein gut funktionierendes internes Forderungsmanagement. Andere wiederum verlagern das "Geld eintreiben" auf Inkassounternehmen, die im Auftrag und mit Vollmacht des Gläubigers für diesen tätig werden oder durch den sogenannten Forderungskauf selbst Inhaber der Forderung werden. Daneben stehen noch Geldeintreiber, die mit rüden Methoden agieren, um hartnäckige Schuldner unter Druck zu setzen und auf diese Weise außergerichtlich zur Zahlung zu bewegen. Jedes Unternehmen steht hier in der Verantwortung und sollte sich für eine seriöse und mit dem Gesetz in Einklang stehende Methode entscheiden.

Interne Geldeintreiber – Inhouse-Forderungsmanagement

Interne Geldeintreiber finden sich in einem Unternehmen in ganz unterschiedlichen Abteilungen, unter anderem in der Rechnungsabteilung, in der Buchhaltung, in der Mahnabteilung sowie im Controlling. Denn innerbetriebliches Forderungsmanagement beginnt bei der Rechnungslegung sowie beim Registrieren und Organisieren offener Zahlungen. Bereits vor der Anbahnung, insbesondere von großvolumigen Geschäftsbeziehungen, überprüft ein verantwortungsbewusst handelndes Unternehmen die Bonität des zukünftigen Geschäftspartners, um mögliche finanzielle Turbulenzen zu erkennen.

Externe Geldeintreiber – Inkassounternehmen

Seriöse Geldeintreiber sind Inkassounternehmen, sofern sie sich an geltendes Recht und an die strengen, im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) normierten Auflagen und Bestimmungen halten. Sie übernehmen im Auftrag und mit Vollmacht sowie im Namen des Gläubigers seine Aufgaben im Bereich des Forderungsmanagements. Möglich ist auch ein sogenannter Forderungskauf, bei dem der Gläubiger eine oder auch mehrere offene Forderungen an das Inkassounternehmen abtritt, das im eigenen Namen als Geldeintreiber gegenüber dem Schuldner auftritt. Bei der letzten Variante, bei der das Inkassounternehmen im eigenen Namen als Geldeintreiber auftritt, muss der Gläubiger gegenüber dem tatsächlichen Wert der offenen Forderung deutliche Abschläge hinnehmen.

Geldeintreiber – wenn mit rüden Methoden offene Forderungen eingetrieben werden

Geldeintreiber, die mit rüden Methoden offene Forderungen eintreiben, halten sich selbst oft für das letzte Mittel, hartnäckige Schuldner zum Bezahlen zu bewegen. Genauer betrachtet arbeitet diese Sorte der Geldeintreiber aber am Rande der Legalität: Rüde Geldeintreiber laufen Gefahr, strafrechtliche Tatbestände wie beispielsweise Nötigung, Körperverletzung und Erpressung zu tangieren oder sogar vorsätzlich zu verletzen.

Rechtsgrundlagen seriöser Geldeintreiber

Sind Inkassounternehmen als solche registriert, unterliegen sie den strengen Normen des seit dem 1. Juli 2008 geltenden Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG), auch bekannt als Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen. Daraus hat der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) mit Sitz in Berlin strenge Regeln entwickelt, um die Rechtssicherheit für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen zu gewährleisten. Danach werden gültige Inkassoregistrierungen entzogen, sobald die Leistung eines Inkassounternehmens dauerhaft unqualifiziert und zum Nachteil des Rechtssuchenden ist und dem Rechtsverkehr schadet. Die Vergütung für professionelle "Geldeintreiber" richtet sich nach § 4 Abs. 5 RDGEG (Einführungsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz). Diese Norm regelt die Höhe der Inkassokosten. Danach richten sich die Inkassokosten der Höhe nach nach dem, was ein Rechtsanwalt für eine vergleichbare Tätigkeit verlangen dürfte. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz findet analoge Anwendung auf die Tätigkeit des Inkassounternehmens. Einschlägige Bestimmungen sind in analoger Anwendung § 13 RVG i.V.m. Nr. 2300 VV RVG (Inkassokosten) bzw. § 13 RVG i.V.m. Nr. 7002 VV RVG (Auslagen).

Geldeintreiber ist nicht gleich Geldeintreiber – die markanten Unterschiede

Seriöse Inkassounternehmen zeichnen sich durch Gesetzestreue und Transparenz ihrer Tätigkeit aus. Anders als unseriöse Geldeintreiber müssen natürliche oder juristische Personen, die eine Inkassotätigkeit ausüben, strafrechtlich unbelastet sein sowie in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen leben. Ein wesentlicher Unterschied zu einem unseriös arbeitenden Geldeintreiber ist, dass Inkassounternehmen vor Geltendmachung und Durchsetzung die offene Forderung einer grundsätzlichen Prüfung auf Richtigkeit unterziehen und bei berechtigten Zweifeln den Auftrag zurückgeben. Grundsätzlich versuchen Inkassounternehmen einen Interessenausgleich zwischen Gläubiger und Schuldner herbeizuführen. Dies geschieht zunächst durch ein Inkassoschreiben als Erinnerung an die Zahlungsverpflichtungen oder auch durch Telefoninkasso. Wer sich als seriöser Geldeintreiber nicht an die Regeln des BDIU hält, muss mit Sanktionsmaßnahmen seitens des Verbandes rechnen. Denn der BDIU fungiert gegenüber dem Verbraucher als Beschwerdestelle, sobald Probleme mit der Inkassosachbearbeitung auftreten. Insoweit versteht sich die Mitgliedschaft im BDIU als eine Art Gütesiegel, das eine seriöse Inkassotätigkeit garantiert und die seriösen Geldeintreiber von den unseriösen trennt.

  • Einfache, direkte Kommunikation
  • Schnelle Problemlösung
  • Unbürokratische Abwicklung
  • Individuelle Zahlungspläne
Jetzt registrieren »

Einfach mit Ihrem Aktenzeichen einloggen und Kontakt zu unserem Kundenservice aufnehmen. Wir helfen Ihnen gern!

@:Support Formular
Bei technischen Fragen oder
Fragen zum Anmeldeprozess