Inkasso - Wissenswertes über das Beitreiben von Forderungen

 

Als Inkasso bezeichnet man die gewerbliche Beitreibung fremder oder abgetretener fälliger Forderungen. Zahlt ein Schuldner auch nach einer Mahnung nicht, ist es das Recht des Gläubigers, die offene Forderung von einem Inkassounternehmen beitreiben zu lassen.

Rechtliche Grundlagen von Inkasso

Inkassounternehmen unterliegen den strengen Bestimmungen des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG). Dieses schreibt vor, dass für Tätigkeiten im Bereich Inkasso eine behördliche Erlaubnis notwendig ist (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 RDG). Wer diese Erlaubnis erteilt (Registrierungsbehörde), ist vom jeweiligen Bundesland abhängig. Grundsätzlich sind die Mitarbeiter eines Inkassounternehmens juristisch geschult, haben einen untadeligen Lebenslauf und leben in wirtschaftlich gesicherten Verhältnissen.

Inkasso: Spezialisierte Dienstleister

Inkassounternehmen beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Einziehen überfälliger Forderungen im Namen ihrer Auftraggeber. Der Gläubiger hat mit der Beauftragung sein Forderungsmanagement ausgelagert, sodass das Inkassounternehmen zum ersten Ansprechpartner für den Schuldner wird. Fragen rund um die fällige Rechnung sind an den Inkassodienstleister zu adressieren. Auch Zahlungen sollten auf das angegebene Konto des Inkassounternehmens gezahlt werden. Es liegt im Interesse des Schuldners, diese Vorgehensweise einzuhalten, da durch Unklarheiten weitere Kosten entstehen. Um den Mahnprozess zu stoppen, muss das Inkassounternehmen über alle Entwicklungen informiert sein.

Inkassounternehmen gehen verschiedenen Tätigkeiten nach. Der Großteil ihrer Aufgabenbereiche liegt im außergerichtlichen Inkasso. Professionelle Inkassounternehmen unterziehen diese Forderungen im Vorfeld einer Schlüssigkeitsprüfung. Außerdem suchen sie den Interessenausgleich zwischen dem Gläubiger und dem Schuldner.

Auch wir verstehen uns als Mittler zwischen Gläubiger und Schuldner. Wir möchten Ihnen als Schuldner die Chance bieten, Ihre Schulden zu begleichen, bevor das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wird.

Gerichtliches Inkasso

Kann eine Forderung nicht außergerichtlich erfolgreich geltend gemacht werden, folgt ein gerichtliches Mahnverfahren. Vor Inkrafttreten des RDG durften Inkassounternehmen nur außergerichtlich tätig werden. Diese Beschränkung ist mit der Einführung des Rechtsdienstleistungsgesetzes am 1. Juli 2008 aufgehoben: Nun darf auch das Inkassounternehmen Mahn- und Vollstreckungsbescheide beantragen. Das gerichtliche Mahnverfahren beginnt mit einem schriftlichen Antrag des Gläubigers auf Erlass eines Mahnbescheids beim zuständigen Zentralen Mahngericht. Dort wird die Forderung lediglich auf ihre formale Richtigkeit geprüft (vereinfachte Schlüssigkeitsprüfung). Dem Schuldner wird die Gelegenheit gegeben, der Forderung innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Mahnbescheids ganz oder teilweise zu widersprechen. Nach zwei Wochen hat der Gläubiger die Möglichkeit einen Vollstreckungsbescheid zu beantragen. Mit rechtskräftiger Titulierung - es wurde kein Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid erhoben oder die Einspruchfrist (Notfrist) von zwei Wochen ab Zustellung des Vollstreckungsbescheids war bei der Einlegung des Einspruchs bereits abgelaufen - beginnt das nachgerichtliche Inkasso, bei dem es unter Umständen zu einer Gehaltspfändung kommen kann.

Ein Vollstreckungstitel ist amtlich. Er verjährt erst nach 30 Jahren. Deshalb ist die infoscore Forderungsmanagement GmbH, ein Unternehmen von arvato Financial Solutions, wie viele andere Inkassounternehmen auch in der Titelüberwachung tätig. Wenn eine gerichtlich festgestellte Forderung nicht sofort eingezogen werden kann, behält das Inkassounternehmen diese im Namen seines Auftraggebers im Auge.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich von Inkassounternehmen ist das Factoring. Dabei kauft das Unternehmen seinem Kunden die fällige Forderung ab und treibt diese im eigenen Namen bei.

Inkasso: Kosten

Die Höhe der Inkassokosten richtet sich nach § 4 Abs. 5 RDGEG (Einführungsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz). Nach dieser Norm darf das Inkassounternehmen Inkassokosten in der Höhe verlangen, die ein Rechtsanwalt für die gleiche Tätigkeit erhalten würde. Gemäß dieser Bestimmung werden die Regelungen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) auf die Tätigkeit der Inkassounternehmen analog angewandt. Für die Inkassokosten und Auslagen kommen somit die Bestimmungen des § 13 RVG i.V.m. Nr. 2003 VV RVG (Inkassokosten) sowie § 13 RVG i.V.m. Nr. 7002 VV RVG (Auslagen) zur analogen Anwendung. Im Rahmen des Verzugsschaden (§§ 280, 286 BGB) trägt der Schuldner die Kosten für das Inkassounternehmen. Denn ab dem Zeitpunkt des Zahlungsverzuges muss er dem Gläubiger den Verzugsschaden sowie die noch entstandenen Rechtsverfolgungskosten ersetzen. Zu diesen zählen auch die Kosten für die Tätigkeit des Inkassounternehmens, beispielsweise durch den Versand von Zahlungsaufforderungen, Ermittlungen, Telefoninkasso und Schriftverkehr mit dem Schuldner sowie Aufklärung des Sachverhalts beim Gläubiger. Vergleichsverhandlungen sowie die Aufklärung des Schuldners sind weitere Kostenpunkte im Rahmen der Tätigkeiten von Inkassounternehmen.

Inkasso - besser als sein Ruf

Dienstleister für Inkasso haben oftmals einen schlechten Ruf. Der Vorwurf lautet, sie suchten Profite in einem ohnehin finanzschwachen Milieu. Man darf jedoch nicht vergessen, wie große Schäden Unternehmen durch nicht bezahlte Rechnungen entstehen. Es wurde eine Leistung erbracht und für diese muss bezahlt werden. Kann diese Forderung nicht durchgesetzt werden, drohen höhere Preise für die Verbraucher, um die Verluste wieder auszugleichen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Insolvenzen kommen und Arbeitsplätze werden vernichtet. Inkassounternehmen schützen die Wirtschaft professionell und effektiv vor diesen Folgen.

Seriöse Inkassounternehmen sind meist in größeren Interessenverbänden organisiert, wie beispielsweise dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU). Das Inkassounternehmen von arvato Financial Solutions ist Mitglied im BDIU. Als solches unterliegen die infoscore Forderungsmanagement GmbH einer strengen, freiwilligen Selbstkontrolle durch den Verband. Diese geht weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen an Dienstleister für Inkasso hinaus.

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