Inkasso Betrug – das Geschäft mit der Angst

 

Inkasso Betrug – Verbraucher im Visier von Betrügern

Inkasso-Betrug nimmt zu, die Beschwerden seitens der Verbraucher über unseriöse Inkassopraktiken auch. Wer ein Inkassoschreiben mit einer Zahlungsaufforderung erhält, fühlt sich oftmals verunsichert und weiß nicht genau, wie er sich verhalten soll. Diese Unsicherheit machen sich Inkasso-Betrüger zunutze. Inhalt der Zahlungsforderung sind zumeist am Telefon untergeschobene Verträge, Abofallen im Internet oder Gewinnspielwerbung. Mit einem Schreiben endet beim Inkasso der Betrug regelmäßig nicht. Was folgt sind weitere Mahnbriefe, die Androhung einer Klage und ständig steigende Mahngebühren nebst Folgekosten. Das Geschäft mit der Angst und der Inkasso-Betrug funktionieren, denn ein Teil der Empfänger zahlt aus Scham sofort. Zumeist stecken hinter dem Inkasso-Betrug unseriöse Inkassobüros, dubiose Anwaltskanzleien oder auch aus dem In- und Ausland agierende Betrüger.

Inkasso Betrug - der Unterschied zwischen einem seriösen und einem unseriösen Inkassounternehmen

Ein Inkassounternehmen wird tätig, wenn es von einem Gläubiger beauftragt wird, in dessen Namen eine in der Regel unbestrittene Forderung einzutreiben. Eine andere Variante ist, dass das Inkassounternehmen auf der Grundlage eines Vertrages mit dem Gläubiger als Treuhänder durchsetzbare und unbestrittene Forderungen einzieht. Dann wird das Inkassounternehmen im Außenverhältnis Eigentümer der Forderung, was gleichermaßen für die Abtretung der Forderung im Rahmen des Forderungskaufs gilt. Ein seriöses Inkassounternehmen, das weitab von einem Inkasso-Betrug handelt, hat eine strenge Vorgehensweise. In einem ersten Arbeitsschritt werden zumeist über eine angeschlossene Auskunftei die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners abgefragt, um so einen Eindruck über seine Zahlungsfähigkeit zu erhalten. Bei einem positiven Ergebnis wird das erste Inkassoschreiben verschickt. In diesem wird der Schuldner aufgefordert, die offene Forderung innerhalb einer bestimmten Frist nebst Verzugszinsen, Inkasso- und Mahnkosten sowie sonstiger Auslagen zu begleichen. Diese erste Zahlungsaufforderung gegenüber einer Privatperson enthält zwingende Informations- und Darlegungspflichten (§ 11a RDG). Anders als beim Inkasso-Betrug wird hier der Ursprung der Forderung benannt. Anschließend wird die weitere Strategie dem Schuldner gegenüber festgelegt, denn ein standardisiertes Inkassoverfahren gibt es nicht. Ein seriöses Inkassounternehmen wird anders als beim Inkasso-Betrug versuchen, eine außergerichtliche Regelung mit dem Schuldner herbeizuführen.

Inkasso Betrug – das kann der Empfänger tun

Der Empfänger sollte zunächst überprüfen, wer die Forderung erhebt, ob die Forderung überhaupt besteht und ob sie gerechtfertigt ist. Das ist ein Grundsatz, der für jedes Inkassoschreiben Gültigkeit hat und nicht explizit bei einem vermuteten Inkasso-Betrug angewendet werden soll. Des Weiteren sollte man einen genauen Blick auf die Höhe der erhobenen Gebühren, Aufschläge und Zinsen werfen, da überzogene Umlagen meistens einen Inkasso-Betrug erkennen lassen. Auch wenn in einem Inkassoschreiben, mit einem Inkasso-Betrug als Hintergrund, der Besuch eines Gerichtsvollziehers angekündigt sowie Lohn- und Kontopfändungen und ein Gerichtsverfahren angedroht werden, sollte der Adressat Ruhe bewahren. Um einen Gerichtsvollzieher wirksam zu beauftragen, muss ein gerichtlicher Titel gegen den Schuldner vorliegen. Einen Vollstreckungstitel  erwirkt man aber in den meisten Fällen durch Erhebung einer Klage oder durch ein gerichtliches Mahnverfahren. Das gilt gleichermaßen für die Androhung von Lohn- und Kontopfändungen. Auch hier ist die notwendige Voraussetzung das Vorliegen eines Vollstreckungstitels.

Inkasso Betrug – nichts unterschreiben und nicht anrufen

Ist die Forderung gegenstandslos, ist es wichtig, nichts zu unterschreiben, beispielsweise eine Aufforderung zur Ratenzahlung. Auch sie gehört zum Inkasso-Betrug, denn wer die Ratenzahlungsvereinbarung ohne weitere Klärung unterschreibt, erkennt die zu Unrecht erhobene Forderung dadurch an. Das Gleiche gilt für die angegebene Telefonnummer, mit der der Inkasso-Betrug fortgesetzt wird, da diese oft eine kostenintensive 0900er Nummer ist. Handelt es sich beim Inkasso Betrug um einen untergeschobenen Vertrag, sollte dieser  angefochten werden. Wer einem Inkasso-Betrug zum Opfer gefallen ist, findet Unterstützung bei Verbraucherzentralen, der Bundesvereinigung gegen unlauteres Inkasso e.V. und dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU). Dessen Credo ist es, sich konsequent um hohe Qualitätsstandards seiner Mitgliedsunternehmen zu bemühen.

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