Inkassogebühren (korrekt: Inkassokosten) – alles Wissenswerte rund um die Kosten für Inkassodienstleistungen

 

Viel Polemik und schlechte Ratschläge gibt es immer wieder rund um das Thema Inkassokosten zu hören und zu lesen. Sie sind einer der Gründe, warum Inkassounternehmen unter einem recht schlechten Ruf leiden. Doch bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich, dass Inkassogebühren vollkommen gerechtfertigte Kosten sind. Der folgende Text erklärt, warum es beim Inkasso Kosten gibt, weshalb dies gerechtfertigte Kosten sind und wie Gebühren für Inkasso berechnet werden.

Gründe für Inkassokosten

Ein Inkassounternehmen ist Teil der Privatwirtschaft und bietet anderen Unternehmen eine Dienstleistung an: die Beitreibung fälliger Forderungen. Für viele Unternehmen ist dies ein wichtiges Thema, da ausstehende Forderungen die Liquidität der Firma schädigen und in letzter Konsequenz sogar zur Insolvenz führen können. Diesen Service der professionellen Beitreibung kann ein Inkassounternehmen selbstverständlich nicht zum Nulltarif anbieten. Es muss ebenso kostendeckend arbeiten wie jedes Unternehmen der Privatwirtschaft.

Mit den Inkassokosten werden die Dienstleistungen eines Inkassounternehmens abgegolten. Diese Leistungen umfassen zum Beispiel die vorherige Schlüssigkeitsprüfung des Falles, die Korrespondenz mit dem Schuldner, in manchen Fällen auch das Telefoninkasso. Aber auch etwaige Ermittlungen sind im Rahmen der Beitreibung immer wieder notwendig. So müssen die Adressen von Schuldnern recherchiert werden, wenn diese umziehen, ohne dem Vertragspartner ihre neue Adresse mitzuteilen. Inkassokosten sind notwendig, um die genannten Leistungen zu decken.

Darüber hinaus hat ein Unternehmen das Vorrecht, einen Inkassodienstleister zu beauftragen, wenn Forderungen  fällig sind. Viele Firmen greifen auf dieses Mittel erst dann zurück, wenn sie den Schuldner selbst ausführlich kaufmännisch gemahnt haben. Leider bleibt ein solches Vorgehen oft erfolglos.

Inkassokosten: Teil des Verzugsschadens

Zunächst kommt der Gläubiger für die Inkassokosten auf und bezahlt seinen Dienstleister. Doch er kann sich die angefallenen Inkassokosten vom Schuldner ersetzen lassen. So sieht es das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in §§ 280, 286 vor. Dort ist geregelt, dass der Schuldner seinem Gläubiger den sogenannten Verzugsschaden ersetzen muss. Mit dem Begriff Verzugsschaden bezeichnet man die finanziellen Nachteile, die der Gläubiger erleidet, weil sein Schuldner in Zahlungsverzug ist.

Das können etwa die eigenen Mahnkosten sein oder auch Verzugszinsen. Letztlich zählen auch die Kosten, die bei einem gerichtlichen Mahnverfahren entstehen, zum Verzugsschaden. Auch Inkassogkosten werden zum Verzugsschaden gerechnet. Deshalb müssen diese in letzter Konsequenz auch vom Schuldner getragen werden. Im Allgemeinen ist festzuhalten, dass sich der Verzugsschaden erhöht, je weiter das Mahnverfahren eskaliert. Es ist daher auch im Interesse des Schuldners, die Situation so schnell wie möglich zu bereinigen.

Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten

Inkassokosten sind, wie oben dargelegt, im Rahmen des Verzugsschadens erstattungsfähig. Diese Regelung hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Juni 2005 ausdrücklich anerkannt. Es ist demnach gängige deutsche Rechtsprechung, dass Inkassokosten vom Schuldner getragen und dem Gläubiger ersetzt werden müssen. Auch wenn es zu einem gerichtlichen Mahnverfahren kommen sollte, können die Inkassokosten in vollem Umfang als Nebenforderung geltend gemacht werden. Sollte es zu einem vollstreckbaren Titel kommen, sind auch die bis dahin angefallenen Inkassokosten Teil der Gesamtforderung und werden letztlich vollstreckt.

Höhe und Berechnung von Inkassokosten

Die konkrete Höhe der jeweiligen Inkassokosten entnimmt der Schuldner dem Schreiben, mit dem sich das jeweilige Inkassounternehmen an ihn gewandt hat. Gemäß § 11a RDG (Rechtsdienstleistungsgesetz) bestehen bei der ersten Geltendmachung einer Forderung gegenüber einer Privatperson für das Inkassounternehmen Informations- und Darlegungspflichten. Diese beziehen sich u.a. auch auf die Höhe und den Entstehungsgrund der Inkassokosten. Anspruchsgrundlage dem Grunde nach sind die §§ 280, 286 BGB für die Geltendmachung der Inkassokosten. Der Höhe nach sind die Inkassokosten auf einen Betrag begrenzt, den ein Rechtsanwalt für die gleiche Tätigkeit beanspruchen könnte (§ 4 Abs. 5 RDGEG). Aufgrund dieser Bestimmung werden die Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes auf die Tätigkeit von Inkassounternehmen analog angewandt. Die einschlägigen Normen sind § 13 RVG i.V.m. Nr. 2300 VV RVG (Inkassokosten) bzw. § 23 RVG i.V.m. Nr. 7002 VV RVG (Auslagen). Danach sind Inkassokosten bis zu einer vergleichbaren 1,3-Gebühr (sog. "Schwellengebühr") berechtigt. Diese kann ein Rechtsanwalt geltend machen, wenn eine Tätigkeit weder schwierig noch umfangreich war.

 

Die Höhe von Inkassokosten richtet sich nach der Höhe der Hauptforderung. Je höher die fällige Forderung des Gläubigers, desto höher sind auch die berechneten Inkassokosten.

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