Inkassoverfahren: formale Voraussetzungen, üblicher Ablauf und mögliche Folgen

 

Wer Post von einem Inkassounternehmen erhält, ist vielleicht zunächst verunsichert. Die Situation ist ungewohnt und der Betroffene weiß nicht genau, was bei einem Inkassoverfahren auf ihn zukommt. Grundsätzlich ist ein Inkassoverfahren kein Grund zur Sorge. Der folgende Artikel erklärt, welchen Ablauf ein Inkassoverfahren normalerweise nimmt und worauf man als Schuldner achten sollte.

Voraussetzungen für ein Inkassoverfahren

Inkasso ist die gewerbliche Beitreibung fälliger Forderungen. Das bedeutet, die Voraussetzung für ein Inkassoverfahren ist zunächst eine fällige Forderung gegen einen Schuldner. Diese kann aus einem Kauf auf Rechnung beim Versandhandel oder aus einem Dienstleistungsvertrag in der Mobilfunkbranche stammen. Wichtig für das Inkassoverfahren ist nur, dass ein Unternehmen eine Leistung erbracht hat und ihm dafür eine Bezahlung zusteht. Diese rechtmäßige Forderung geht aus einem Vertrag oder einer Rechnung hervor. Zahlt der Kunde nicht, obwohl der Betrag bereits fällig ist, reagieren die meisten Unternehmen zunächst mit einer Zahlungserinnerung. Dazu sind sie nicht verpflichtet, es handelt sich hierbei um eine Kulanz dem Kunden gegenüber. Dieser erfährt durch die Erinnerung, dass die fällige Forderung gegen ihn noch offen ist, und hat so die Möglichkeit, seiner Zahlungsverpflichtung nachzukommen.

Bevor ein Unternehmen ein Inkassoverfahren einleitet, verschickt es meistens über diese erste Zahlungserinnerung hinaus zwei weitere Mahnungen. Dazu besteht jedoch keine Pflicht. Bereits ab der ersten Mahnung, in einigen Fällen sogar vorher, befindet sich der Kunde in Zahlungsverzug. Das gibt dem Unternehmen das Recht, einen Dienstleister für den Forderungseinzug zu beauftragen und damit ein Inkassoverfahren einzuleiten.

Üblicher Ablauf beim Inkassoverfahren

Sobald der Auftrag erteilt ist, fungiert das Inkassounternehmen in allen Belangen als erster Ansprechpartner des Schuldners. Während das Inkassoverfahren läuft, sollte der Schuldner alle offenen Fragen an das Inkassounternehmen und nicht mehr an seinen ursprünglichen Geschäftspartner richten. Gleiches gilt für Zahlungen. Diese sollten auf das Konto des Inkassounternehmens überwiesen werden, damit sie eindeutig zugeordnet werden können. Nur so lässt sich das Inkassoverfahren zeitnah und unkompliziert stoppen.

Der erste Schritt bei einem Inkassoverfahren ist die Schlüssigkeitsprüfung. Bei dieser unterzieht der Dienstleister die Forderung, die er für seinen Kunden beitreiben soll, einem Prüfverfahren und klärt, ob die Forderung berechtigt ist. Im weiteren Verlauf des Inkassoverfahrens erhält der Schuldner eine Zahlungsaufforderung. Mit dieser wird ihm, die Höhe der Hauptforderung des Gläubigers sowie eventuelle Nebenforderungen mitgeteilt. An diesem Punkt im Inkassoverfahren sollte der Schuldner die genannten Forderungen prüfen: Sind sie gerechtfertigt? Wurde der fällige Betrag eventuell bereits überwiesen? Ist die Rechnung tatsächlich noch offen? Bei Rückfragen oder Klärungsbedarf sollte sich der Schuldner sofort an das Unternehmen wenden, das sich um das Inkassoverfahren kümmert.

Kommt er zu dem Schluss, dass die geltend gemachte Forderung noch offen ist, sollte er diese schnellstmöglich auf das in der Zahlungsaufforderung genannte Konto überweisen. Wichtig ist, dass nicht nur die Hauptforderung beglichen wird. Auch die Nebenforderungen und die Inkassokosten sind vom Schuldner zu tragen. Begleicht er diese Posten nicht, kann das Inkassoverfahren nicht abgeschlossen werden. Unabhängig davon, welchen Verlauf das Inkassoverfahren nimmt, ist es wichtig, dass der Schuldner Kontakt aufnimmt. Die Zahlungsaufforderung zu ignorieren, ist der schlechteste Weg. Dieser wird auf mittlere Sicht nur dazu führen, dass das Inkassoverfahren eskaliert.

Vom Inkassoverfahren zum gerichtlichen Mahnverfahren

Sollte eine Kontaktaufnahme zum Schuldner dauerhaft scheitern, ist die logische Konsequenz des Inkassoverfahrens das gerichtliche Mahnverfahren. Auch in diesem Bereich sind Inkassounternehmen im Namen ihrer Klienten seit 2008 tätig. Dabei wird zunächst bei Gericht ein Mahnbescheid erwirkt. Auf diesen folgt ein Vollstreckungsbescheid. In einem nachgerichtlichen Inkassoverfahren sorgt der Dienstleister dafür, dass der Gerichtsvollzieher die geforderte Summe vollstreckt. Unter Umständen kann es zu Lohnpfändungen kommen. Für den Schuldner ist es von Nachteil, wenn ein Inkassoverfahren bis zur Zwangsvollstreckung getrieben werden muss. Je weiter das Inkassoverfahren eskaliert, desto teurer wird es für den Schuldner. Ziel des Schuldners sollte es sein, das Inkassoverfahren frühzeitig zu beenden.

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