Mahnbescheid online - Rechtsanwälte und Inkassounternehmen nutzen Online-Mahnbescheid

 

Der gerichtliche Mahnbescheid ist für viele Gläubiger die letzte Möglichkeit, säumige Kunden und Geschäftspartner zur Zahlung offener Rechnungen zu bewegen. Insbesondere aufgrund der Hemmung der Verjährung kommt dem Mahnbescheid eine besondere Bedeutung zu. Forderungen, die nicht gerichtlich geltend gemacht werden, verjähren in der Regel nach drei Jahren. Der Mahnbescheid unterbricht diese Verjährungsfrist und bildet die Grundlage zur Erlangung eines gerichtlichen Vollstreckungstitels.

Mahnbescheid online - Ein einfaches und schnelles Verfahren

Die Möglichkeit, einen Mahnbescheid online zu beantragen, bietet das Amtsgericht Stuttgart (Zentrales Mahngericht) als Pilot-Behörde bereits seit 1982. Heute können Antragsteller in allen Bundesländern das Verfahren nutzen und den Mahnbescheid online beantragen. Die zentrale Koordinierung erfolgt durch das Justizministerium Baden-Württemberg. Auch die zentrale Datenverarbeitungsstelle für alle deutschen Mahngerichte befindet sich nach wie vor beim Oberlandesgericht in Stuttgart. Mit der Einführung des Online-Mahnverfahrens geht eine grundlegende Änderung des gerichtlichen Mahnwesens einher. Heute sind nicht mehr die örtlichen Amtsgerichte für den Erlass von Mahnbescheiden zuständig, sondern zentrale Mahngerichte. Neben dem traditionellen Antragsverfahren mit Mahnbescheid-Vordrucken aus dem Schreibwaren-Handel erfreut sich das Online-Mahnverfahren wachsender Beliebtheit. Private Antragsteller, Handwerksbetriebe und Handelsunternehmen nutzen das einfache und schnelle Online-Verfahren, um säumige Kunden zur Zahlung offener Rechnungen aufzufordern. Rechtsanwälte, Inkassounternehmen und andere Institutionen, die sich professionell mit dem gerichtlichen Mahnverfahren befassen, sind verpflichtet, einen Mahnbescheid online zu beatragen.

Mahnbescheid online beim zentralen Mahngericht beantragen

Zentrale Mahngerichte sind jeweils für ein Bundesland oder für mehrere Bundesländer zuständig. Antragsteller mit Wohnort oder Firmensitz im Saarland beantragen einen Online-Mahnbescheid beim zentralen Mahngericht des Landes Rheinland-Pfalz in Mayen. Auch das zentrale Mahngericht in Aschersleben ist mit Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen für mehrere Bundesländer zuständig. Die Bearbeitung von Mahnbescheiden aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgt durch das Amtsgericht in Hamburg. Lediglich in Nordrhein-Westfalen gibt es zwei Zentrale Mahngerichte bei den Amtsgerichten in Hagen und Euskirchen. Sie sind den beiden Oberlandesgerichtsbezirken zugeordnet. Gläubiger mit Sitz im Ausland richten den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides an das zentrale Mahngericht in Berlin. Antragsteller richten den Antrag auf einen Mahnbescheid online an das Mahngericht, das für ihren Wohnort oder Firmensitz zuständig ist.

Mahnbescheid online ausfüllen

Das Online-Mahnverfahren ist bei allen zentralen Mahngerichten gleich aufgebaut und anwenderfreundlich gestaltet. Umfassende Hilfestellungen und Informationen auf den Webseiten der Mahngerichte unterstützen Anwender, wenn sie einen Mahnbescheid online beantragen. Geraten  Gläubiger häufiger in die Situation, einen Mahnbescheid online zu beantragen, dann  erhälten sie auf Wunsch von ihrem zuständigen Mahngericht eine eigene Kennziffer. Unter der Kennziffer hinterlegt das Mahngericht  die  persönlichen Daten, so dass  die Gläubiger sie nicht in jedem Antrag auf Online Mahnbescheid erneut angeben müssen. Das automatisierte Verfahren führt Schritt für Schritt durch das Online-Antragsformular und fordert zur Eingabe der notwendigen Daten auf. Die Daten des Antragsgegners sowie die individuelle Beschreibung der Forderung und ihre genaue Höhe sind weitere wichtige Angaben im Online-Formular. Wer den Mahnbescheid online beantragt, gibt im Formular auch Nebenforderungen und die gewünschte Verzinsung seit der Fälligkeit der Forderung an. Das Online-Mahnverfahren unterstützt Antragsteller bei der Ermittlung der Nebenforderungen und der gängigen Zinssätze. Da auch ein Online Mahnbescheid einer Unterschrift bedarf, drucken Antragsteller den ausgefüllten Antrag mit ihrem Drucker aus, unterschreiben ihn und versenden ihn per Post an das zuständige Mahngericht. Wer den Mahnbescheid online beantragt, erhält automatisch aus dem Verfahren einen Barcode. Mit Hilfe des Barcodes ordnet das Mahngericht das unterschriebene Antragsformular den online erfassten Daten zu.

Verfahren für Rechtsanwälte und Inkassounternehmen - Mahnbescheid online

Unternehmen mit eigener Kennziffer und kompatibler Mahn-Software versenden den Mahnbescheid online oder per Datenträger. Eine weitere Voraussetzung für die Teilnahme an der Datenträger- oder Online-Übermittlung ist die Vorlage eines SEPA-Lastschriftmandats für die Mahnbescheid-Gebühr. Mit diesem Verfahren können Antragsteller mehrere Anträge auf Erlass von Mahnbescheiden gleichzeitig übermitteln. Insbesondere Rechtsanwälte und Inkassounternehmen, die regelmäßig den Mahnbescheid online beantragen, nutzen das Datenträger-Austauschverfahren oder die direkte Internet-Übertragung. Das EGVP-Verfahren zur Internet-Übertragung setzt ein Kartenlesegerät und eine Signaturkarte voraus, die den Vorschriften des Signaturgesetzes entspricht. Gleichzeitig muss die Software das vorgeschriebene Dateiformat für die Antragstellung erfüllen. Inkassounternehmen sowie Rechtsanwälte sind verpflichtet, den Mahnbescheid online oder per Datenträger im maschinenlesbaren Verfahren zu übermitteln.

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