Berechtigte Mahnkosten: Welche Kosten entstehen bei einer Mahnung?

 

Kunden verstehen oft nicht, weshalb bei einem Zahlungsverzug Mahnkosten anfallen,umgangsprachlich wird von Mahngebühren gesprochen.Offene Rechnungen, die trotz Fälligkeit nicht beglichen werden, verursachen bei Unternehmen einen mitunter erheblichen Schaden. Mithilfe ihres Mahnwesens versuchen diese dann, zu ihrem Recht zu kommen. Allerdings entstehen auch durch das Mahnverfahren selbst Kosten. Diese sollen die Mahnkosten decken, die bei einer notwendigen Mahnung erhoben werden.

Ab wann sind Mahnkosten rechtens?

In vielen Fällen werden für die erste Mahnung noch keine Mahnkosten berechnet. Rechtlich gesehen darf ein Unternehmen Mahnkosten ab dem Zeitpunkt erheben, ab dem der Schuldner in Verzug geraten ist. Denn er muss dem Gläubiger nach §§ 280, 286 BGB den sogenannten Verzugsschaden ersetzen. Wenn der Verzug also erst durch die erste Mahnung eintritt, dürfen für dieses Schreiben noch keine Mahnkosten berechnet werden. Allerdings ist dies nicht immer der Fall, denn ein Zahlungsverzug kann auch ohne Mahnung eintreten.

Ist im Vertrag oder auf der Rechnung eine explizite Zahlungsfrist oder ein Zahlungsdatum festgelegt, tritt Verzug ein, wenn der Kunde bis zu diesem Zeitpunkt die Forderung nicht ausgeglichen hat. Allerdings müssen Verbraucher gesondert auf diesen Sachverhalt hingewiesen werden. Ist im Vertrag oder den allgemeinen Geschäftsbedingungen nichts Genaues festgelegt, schreibt der Gesetzgeber eine Regelung vor. In diesem Fall gerät der Schuldner spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung in Verzug, auch ohne Mahnung.  Nach diesem Zeitpunkt darf der Gläubiger Mahnkosten verlangen, wenn er seinen Kunden schriftlich an die fällige Zahlung erinnert. Wurde die Rechnung im Zeitraum zwischen Erstellung und Eintreffen der ersten Mahnung beglichen, ist diese gegenstandslos und die Mahnkosten sind nichtig.

Höhe der Mahnkosten

Für ein einfaches Mahnschreiben, bei dem Porto und Papier anfallen, sind pauschale Mahnkosten von bis zu drei Euro üblich. Mahnkosten in dieser Höhe werden gerichtlich anerkannt. Die angemessene Höhe von Mahnkostenkann jedoch von Fall zu Fall sehr verschieden sein. Wie sich die Mahnkosten zusammensetzen, sollte für den Schuldner verständlich und klar sein. Sind die Mahnkosten erheblich höher als der Richtwert, sollte dem Schuldner die Zusammensetzung der Mahnkosten auf Wunsch aufgeschlüsselt werden.

Auch die Kosten für eine geplatzte Lastschrift können in den Mahnkosten enthalten sein. Je nach Institut berechnen Banken in so einem Fall unterschiedlich hohe Kosten. Üblich sind Kosten um die 25 Euro. Diese Verwaltungsrückschrift oder Rücklastschrift kann sich ein Unternehmen über die Mahnkosten erstatten lassen, wenn das Konto eines Kunden nicht ausreichend gedeckt war.

Fest steht außerdem, dass bei der Beauftragung eines Inkassounternehmens auf den Schuldner grundsätzlich höhere Kosten zukommen als die Mahnkosten des kaufmännischen Mahnverfahrens. Mit dem Eintritt des Zahlungsverzuges darf der Gläubiger einen Inkasso-Dienstleister beauftragen, wenn der Schuldner trotz Mahnung nicht reagiert. Viele Unternehmen kündigen diesen Schritt aus Kulanz in einem letzten Mahnschreiben an. Dazu sind sie jedoch nicht verpflichtet.

 Inkassokosten bei einem Inkassofall

Die Kosten, die durch den Inkassofall entstehen, muss der Schuldner dem Gläubiger grundsätzlich ersetzen. Der Bundesgerichtshof hat die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten in einem Urteil aus dem Juni 2005 ausdrücklich anerkannt. Die Höhe der zu erstattenden Inkassokosten ist richtet sich nach § 4 Abs. 5 RDGEG. Danach sind die Inkassokosten der Höhe nach auf den Betrag begrenzt, der angefallen wäre, wenn mit der gleichen Tätigkeit ein Rechtsanwalt beauftragt worden wäre. Die Bestimmungen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) werden gemäß dieser Norm auf die Tätigkeit der Inkassounternehmen analog angewandt. Einschlägig sind die Vorschriften § 13 RVG i.V.m. Nr. 2300 VV RVG (Inkassokosten) und § 13 RVG I.V.m. Nr. 7002 VV RVG (Auslagen).  Zu dem Verzugsschaden (Anspruchsgrundlage dem Grund nach: §§ 280, 286 BGB) zählen neben den Inkassokosten auch alle anderen Auslagen, die durch die Einziehung entstehen, wie etwa die Ermittlungskosten.

Mahnkosten bei einem gerichtlichen Verfahren

Je länger ein Vorgang um eine fällige Forderung wird, desto höher werden auch die Kosten. Sollte es zu einem gerichtlichen Mahnverfahren kommen, können alle Kosten, die dem Gläubiger bis zu diesem Zeitpunkt durch den Verzug entstanden sind, als Nebenforderung geltend gemacht werden. Diese wird zur Hauptforderung addiert und ist demnach in der Gesamtforderung enthalten. Zu diesen Kosten gehören neben den Mahnkosten aus dem vorgerichtlichen Mahnverfahren auch weitere Kosten, die aus der Einziehung entstanden sind. Hierzu zählen unter anderem Inkassokosten und Bankrücklastkosten. Zudem muss der Schuldner dem Gläubiger auch die Kosten für das gerichtliche Mahnverfahren selbst erstatten.

  • Einfache, direkte Kommunikation
  • Schnelle Problemlösung
  • Unbürokratische Abwicklung
  • Individuelle Zahlungspläne
Jetzt registrieren »

Einfach mit Ihrem Aktenzeichen einloggen und Kontakt zu unserem Kundenservice aufnehmen. Wir helfen Ihnen gern!

@:Support Formular
Bei technischen Fragen oder
Fragen zum Anmeldeprozess