Der Schuldnerberater

 

Ein gesetzlicher Schuldnerberater steht Menschen mit Schuldenproblemen zur Seite. Besonders bei Überschuldung, also wenn trotz Einschränkungen im Lebensstandard langfristig das Nachkommen der finanziellen Verpflichtungen nicht möglich ist, wird eine umfassende Schuldnerberatung notwendig. Schuldnerberater unterstützen ihre Klientel in psychosozialer, finanzieller und rechtlicher Hinsicht. Der Beruf erlangte durch das Fernsehen eine gewisse Popularität. Der Alltag sieht für den Schuldnerberater jedoch anders aus, als sich die meisten vorstellen.

Wer kann Schuldnerberater werden?

Die formalen Voraussetzungen, um Schuldnerberater zu werden, sind geregelte wirtschaftliche Verhältnisse und ein unbelastetes Führungszeugnis. Auch eine gewisse Lebenserfahrung ist von Vorteil. In der Praxis haben Schuldnerberater oft ein sozialpädagogisches, psychologisches oder juristisches Studium absolviert. Ein Studienabschluss ist allerdings keine Voraussetzung. Eine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Schuldnerberater gibt es nicht.

Wo arbeiten Schuldnerberater?

Die Schuldnerberatung ist eine Pflichtaufgabe nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG). Das Sozialrecht fordert die Kommunen auf, Beratungsstellen für Überschuldete bereitzuhalten. Damit ist die Schuldnerberatung Teil der allgemeinen Sozialbetreuung und findet meistens in Einrichtungen des öffentlichen Rechtes statt. Die Beratungsstellen werden von Städten und Gemeinden, Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden betrieben, wie beispielsweise der Diakonie, der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt. Daneben gibt es auch private Einrichtungen und Online-Beratung. Diese Angebote sind aufgrund hoher Nachfrage nach professionellen Schuldnerberatern und der daraus resultierenden Wartezeiten in den öffentlichen Beratungsstellen entstanden.

Die Nachfrage ist stark gewachsen, seit die ersten Beratungsstellen Anfang der 1980er-Jahre in Deutschland eingeführt wurden. Dort kann grundsätzlich jeder Haushalt in finanziellen Schwierigkeiten, dem der soziale Abstieg droht, beraten werden.

Was sind die Ziele der Schuldnerberatung?

Das erste Ziel eines Schuldnerberaters ist es, die elementaren Lebensbedürfnisse seines Klienten (z. B. Wohnung oder Nahrung) zu sichern. Auf diesem Hintergrund werden die vorhandenen Mittel in erster Linie dafür aufgewendet. Als mittelfristiges Ziel gelten stabile Lebensverhältnisse des Überschuldeten. Langfristig streben der Schuldnerberater und sein Klient eine komplette Schuldenregulierung an.

Hier verfolgen Schuldnerberater und seriöse Inkassodienstleister wie das Inkassounternehmen von arvato Financial Solutions einen gemeinsamen Ansatz: Auch wir verstehen uns als Mittler zwischen Gläubiger und Schuldner und suchen in erster Linie eine Einigung, mit der beiden Seiten gedient ist. Dem Schuldner soll die Möglichkeit geboten werden, einem gerichtlichen Verfahren zu entgehen. Deshalb unterstützt arvato infoscore seit 2009 die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes Baden-Baden/Rastatt. Neben finanziellen Mitteln bringt das Unternehmen sein fachliches Know-how im Umgang mit Schuldnern ein. Dabei findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Mitarbeitern des lokalen Wohlfahrtsverbandes und arvato infoscore statt, um gemeinsam Möglichkeiten zu finden, Klienten aus der Schuldenfalle zu befreien.

Wie arbeitet ein Schuldnerberater?

Am Anfang steht eine ausführliche Budgetanalyse: Über welche monatlichen Einnahmen und Ausgaben verfügt der Haushalt? Welcher Teil des Budgets ist für den unmittelbaren Lebensunterhalt notwendig? Außerdem werden bereits zu diesem Zeitpunkt die Schwachstellen in der Haushaltsführung gesucht. Der Schuldnerberater versucht herauszufinden, wie es um die grundsätzliche Rückzahlungsfähigkeit bestellt ist. Hier ist oft pädagogisches Fingerspitzengefühl gefragt, wenn der Schuldnerberater seinen Klienten klarmachen muss, dass nicht alle ihre Konsumwünsche verwirklicht werden können.

In einem zweiten Schritt werden Papiere sortiert. Das Ziel: eine klare Aufstellung über die Gläubiger. Dabei wird meistens eine Selbstauskunft bei den großen Anbietern eingeholt. Das ist auch bei arvato infoscore möglich. Daraufhin werden die vorhandenen Geldmittel auf die einzelnen Gläubiger verteilt. Elementare Forderungen wie Mietschulden oder Ausstände beim Stromanbieter sind dabei vorrangig zu behandeln. In diesem Prozess versuchen Schuldnerberater, die Eigenaktivität ihrer Klienten zu fördern.

Schuldnerberater oder Insolvenzberater?

Grundsätzlich muss man die Schuldnerberatung von der Insolvenzberatung unterscheiden. 1999 wurde in Deutschland ein Verfahren für die Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenzverfahren) eingeführt. Es handelt sich um einen langen, mühsamen Prozess, an dessen Ende die Restschuldbefreiung steht. Gedacht ist die Privatinsolvenz als letztes Mittel, mit dem sich eine überschuldete Person aus der Schuldenfalle befreien kann. Dieses Verfahren bedarf einer ausführlichen juristischen Betreuung. Wer auf diesem Gebiet berät, ist aufgrund der Insolvenzordnung als Insolvenzberatungsstelle anerkannt.

Auch in der Finanzierung unterscheiden sich Schuldner- und Insolvenzberatung. Die Schuldnerberatung finanziert die zuständige Kommune. Die Insolvenzberatung ist Ländersache und wird deshalb auch aus den Haushalten der Bundesländer finanziert. In der Praxis leisten viele Schuldnerberatungsstellen der öffentlichen Hand und der Wohlfahrtsverbände auch Insolvenzberatung.

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