Das Scoring-Verfahren hilft Unternehmen, die Zahlungsunfähigkeit von Verbrauchern zu ermitteln

 

Der Begriff „Scoring“ stammt aus dem englischen Sprachraum. Er leitet sich von dem Wort „to score“ oder „score“ ab. Übersetzt wird der Begriff mit „punkten“ beziehungsweise „Punktestand“. Das Scoring-Verfahren ist ein Punktebewertungsverfahren. Es basiert auf verschiedenen statistischen Einzeldaten. Sie erlauben Rückschlüsse auf die Zahlungswahrscheinlichkeit eines Kunden oder Geschäftspartners. Seit der Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes wird das Scoring-Verfahren im Gesetz erwähnt. Die Neufassung der rechtlichen Vorschrift trat am 1. April 2010 in Kraft.

Die Grundpfeiler der Scoring-Methode sind die sogenannten Scoring-Werte. Sie helfen Firmen, das finanzielle Risiko der Zahlungsunfähigkeit eines Kunden abzuschätzen. Scoring-Werte sind wichtige Anhaltspunkte. Sie erlauben auch Prognosen über die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls bei Verbrauchern, die bisher noch nicht als zahlungsunfähig gelten.  Auskunfteien stellen dazu berechtigten Firmen ausgewählte, personenbezogene Angaben aus dem Scoring-Verfahren zur Verfügung. Das System wird verstärkt von Unternehmen, die im sogenannten Mengengeschäft aktiv sind, genutzt. Darunter befinden sich Firmen aus den Bereichen Handel, Telekommunikation, Mobilfunk, Versandhäuser, Hypothekenbanken, Bausparkassen oder andere Kreditinstitute. Scoring-Verfahren sind ein bedeutendes Steuerungsinstrument. Ziel ist eine Steigerung der Rentabilität von geschäftlichen Beziehungen mit Kunden.

Die Datenerhebung innerhalb von Scoring Verfahrens

Der „Punktestand“ eines Kunden oder Unternehmens besteht aus verschiedenen Einzelinformationen. Der Wert des Scoring-Verfahrens ist das Ergebnis anerkannter statistischer Analysemethoden. Als Grundlage der Datenerhebung dienen unterschiedliche Informationsquellen. Darunter fallen die Informationen elektronischer Zahlungssysteme ebenso wie soziodemografische Angaben zum Alter oder der momentanen Wohnsituation. Ein Großteil des Datenmaterials stammt aus Verträgen oder Geschäften, die der Kunden bereits abgeschlossen hat. In diesem Zusammenhang unterzeichnet der Verbraucher eine Einverständniserklärung, welche die Übermittlung von persönlichen Daten ausdrücklich erlaubt.

Bei Scoring-Verfahren erfolgt eine kontinuierliche Bewertung des potenziellen Zahlungsrisikos des Kunden. Das Punktebewertungssystem wird während der gesamten Zeit der Geschäftsbeziehung fortlaufend um aktuelle Daten erweitert.

In einigen Bereichen existiert nur vereinzelt aussagekräftiges und verwertbares Datenmaterial. In diesem Fall fließen im Rahmen des Scoring-Verfahrens auch externe Informationen in die Bewertung ein. Bei diesen Daten handelt es sich unter anderem um Auskünfte von Anbietern von Marketinginformationen oder speziellen Risikodaten. Ferner können Resultate externer Scoring-Verfahren Einfluss auf die Punktebewertung durch die  Auskunftei haben. Als zusätzliche Informationsquelle dienen bei Bedarf ebenso öffentliche Verzeichnisse oder Register wie beispielsweise das Schuldnerverzeichnis oder der Bundesanzeiger.

Beim Scoring Verfahren werden ausschließlich Auskünfte und Daten bewertet, die wichtig für die Vergaben eines Kredites sind. Sämtliches Datenmaterial muss nachweislich wichtig für die Prognose sein. Eine äußerliche Beurteilung von Immobilien besitzt keine Relevanz. Die Verarbeitung der Informationen orientiert sich streng an den gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes.

Die Daten von Scoring Verfahren müssen mithilfe anerkannter mathematisch-statistischer bzw. wissenschaftlicher Systeme erhoben werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Basisscore und Branchenscore: Die verschiedenen Arten von Scoring-Werten

Bei Scoring Verfahren wird zwischen dem Basisscore und dem Branchenscore unterschieden. Als Grundlage zur Ermittlung des Basisscores dient eine Bewertungsskala z.B. von 1 bis 100. Je höher der Skalenwert liegt, desto besser fällt die Beurteilung der Bonität eines Verbrauchers aus. Die Wahrscheinlichkeit einer sich positiv entwickelnden Geschäftsbeziehung ist sehr hoch. Der ermittelte Basisscore beim Scoring-Verfahren bildet die Grundlage für die Eigenauskunft, die eine Person einholen kann.

Dem Branchenscore kommt eine weitaus größere wirtschaftliche Bedeutung zu. Er wird für unterschiedliche Geschäftsfelder täglich neu ermittelt. Der Branchenscore ist wichtiges Bewertungskriterium potenzieller neuer Geschäfts- und Kooperationspartner. Dieser Wert bei Scoring Verfahren ermöglicht eine aussagekräftige Bonitätsprognose.

Das Kreditscoring ist ein Anwendungsgebiet von Scoring Verfahren. Banken oder Kreditinstitute setzten das Bewertungssystem bei jeder Art von Kreditvergaben ein. Dieser Scoring-Wert dient als wichtiges Entscheidungskriterium bei der Vergabe von Darlehen. Das Kreditscoring gibt Auskunft über die Fähigkeit des Kreditnehmers, die vertraglichen finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Nutzen von Scoring-Verfahren

Scoring-Verfahren sind ein bedeutendes Entscheidungskriterium bei einem Vertragsabschluss. Firmen erleiden immer wieder finanzielle Einbußen durch die Zahlungsunfähigkeit von Verbrauchern. Diese müssen sie in regelmäßigen Abständen auf andere Verbraucher umlegen. Somit nutzen Scoring-Verfahren auch der Allgemeinheit, weil sie durch die Vermeidung von Forderungsausfällen für die Unternehmen, alle Verbraucher vor höheren Preisen schützen.

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